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Studie: Selbsthypnose lindert chronische Schmerzen

Mit Selbsthypnose chronische Schmerzen lindern und Arzneimittel reduzieren  

Göttinger Institut für Psychologie wies Medikamentenreduktion zwischen 60 und 75 % nach.

Chronische Schmerzpatienten können mittels verhaltenstherapeutischer Selbsthypnose die Stärke  ihrer Schmerzattacken deutlich verringern und so auch den Einsatz von Medikamenten spürbar  reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Folgestudie, die mit 28 Schmerzpatienten an der Universität  Göttingen durchgeführt wurde. Nachdem bereits die Wirksamkeit des Verfahrens zur  Schmerzreduktion in einer ersten Studie getestet worden war, standen diesmal die Auswirkungen  auf den Medikamentenkonsum im Mittelpunkt. Die Patienten lernten, sich bei auftretenden  Schmerzattacken autosuggestiv in einen Zustand tiefster Entspannung zu versetzen und mindern  dadurch den Schmerz. Als Folge können sie nach Angaben von Dr. Jacobs, der die Studie leitete,  dauerhaft auf 60 bis 75 % ihrer Medikamentendosis verzichten.

Nach Angaben des Wissenschaftlers konnte die Dosis  bei Analgetika um 60%, bei Antidepressiva  um 63 % und bei Opiaten sogar um 75 % gesenkt werden. Die Verbesserungen bleiben  mehrheitlich auch nach Monaten stabil, wie eine Nachuntersuchung drei Monate später zeigte. „Die  Reduzierung des Schmerzes ging bei den untersuchten Patienten auch einher mit einer Steigerung  ihres körperlichen und seelischen Wohlbefindens und einer Verminderung depressiver Symptome.  Sie können soziale und berufliche Aktivitäten wieder aufnehmen“, erläutert Dr. Jacobs.

„Die Patienten eignen sich die Selbsthypnose unter Anleitung geschulter Therapeuten an. In zehn  Sitzungen erlernen sie, sich mit Hilfe einer individuell besprochenen Audiokassette in eine  Tiefenentspannung zu versetzen. Erstmals steht mit unserem Verfahren eine effektive, hoch  wirksame Methode zur Schmerzreduktion zur Verfügung“, so Dr. Jacobs. 

Weitere Infos: http://www.psych.uni-goettingen.de/special/tbz
Quelle: http://idw-online.de/pages/news103443