Hamburg (ddp). Rauchende Kinder und Jugendliche schwänzen einer neuen Studie zufolge häufiger die Schule und nehmen mehr Drogen als nichtrauchende Gleichaltrige. Insgesamt zeigten rauchende Schüler ein deutlich auffälligeres Sozialverhalten, teilte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) in Hamburg mit. Das Verhalten sei unabhängig vom sozialen Status und dem Grad der Schulbildung. Für die Studie wurden 985 Mädchen und Jungen von 11 bis 18 Jahren im Ruhrgebiet befragt.
„Rauchende Jugendliche stehlen drei- bis viermal so häufig wie Nichtraucher und legen zwei- bis dreimal so häufig Feuer", sagte Gerd Lehmkuhl von der DGKJP. Auch seien sie deutlich aggressiver als nichtrauchende Mitschüler.
Entscheidend für das Rauchverhalten ist nach Ansicht Lehmkuhls der Gruppenzwang unter Jugendlichen. „Rauchverbote in der Schule tragen dazu bei, dass Raucher und Nichtraucher zu Symbolen der Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen werden", sagte er. Die Raucher repräsentierten dabei die Nicht-Angepassten, die Nichtraucher dagegen die Angepassten.