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Rauchen ist ungefährlich. gezeichnet Dr. Marlboro

Die Folgen des Rauchens werden unterschätzt. Dafür sorgen gefälschte Studien und gezielte  Falschinformationen. Nachfolgender Artikel belegt, was schon immer vermutet wurde:

Tabakindustrie bestach Wissenschaftler (Brigitte Rundholz)

Passivrauchen kann das Risiko von Babys für den plötzlichen Kindstod erhöhen. Die  Tabakindustrie bezahlte einen Forscher dafür, das Gegenteil zu beweisen.

Die Tabakindustrie hat Forscher für die Veröffentlichung von Artikeln bezahlt, die den Zusammenhang  zwischen dem Passivrauchen und dem plötzlichen Kindstod in Frage stellen. Dies ergab die  Auswertung von ehemals geheim gehaltenen Dokumenten des Tabakkonzerns Philip Morris, die  nun von der University of California in San Francisco und vom US-Zentrum für Krankheitsprävention  gemacht wurde.

Unwissenheit gefährdet Kinder

Im Kern geht es um einen Artikel, der 2001 in einem angesehenen Fachjournal erschienen ist.  Darin heißt es, dass die schädlichen Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit des Babys, vor allem auf das Rauchen während der Schwangerschaft, zurückzuführen seien. Das  Passivrauchen das Kind nach der Geburt gefährde, sei hingegen weniger sicher bewiesen.

Der Artikel war nachfolgend in mindestens 19 weiteren Arbeiten zitiert worden. «Indem das Wissen  der Leute über den Zusammenhang zwischen dem Passivrauchen und dem plötzlichen Kindstod  untergraben wird, werden Kinder überall gefährdet», sagte Stanton Glantz, der an der Auswertung  der Philip Morris-Dokumente beteiligt war.

«Akzeptanz für das Rauchen erhöhen»

Der Artikel sei Teil einer gezielten Strategie des Konzerns, die wissenschaftlichen Hinweise auf  eine Gesundheitsgefährdung von Kindern zu verschleiern. In einem der Dokumente heiße es zu den  Zielen der Initiative: «Sollte den notwendigen wissenschaftlichen Hintergrund bereitstellen, um die  Akzeptanz für das Rauchen in der Umgebung von Kindern zu erhöhen».

Konkret hatte Philip Morris einen Wissenschaftler beauftragt, einen Übersichtsartikel zu allen  bekannten Risiken des plötzlichen Kindstods zu schreiben. Der Konzern stellte die zu  verwendende Literatur zusammen, der Wissenschaftler schrieb den Artikel. 50.000 bis 100.000 US- Dollar investierte Philip Morris in das Projekt.

Risiken werden weiter verschleiert

Der Forscher war in seinem Artikel zunächst zu dem Schluss gelangt, dass das Passivrauchen  das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöhe. Nicht einverstanden mit dieser Schlussfolgerung  machte Philip Morris Gegenvorschläge. Der Forscher übernahm diese zum größten Teil und kam  so schließlich zu seiner relativierenden Aussage.

1998 hatten Philip Morris und andere große Tabakkonzerne ein Abkommen mit 46 US-Staaten  unterzeichnet, indem sie versprachen, ihre Verschleierungstaktiken zu stoppen. Die Auswertung  der Dokumente zeige nun, dass Philip Morris hinter den Kulissen weiterhin Anstrengungen  unternommen habe, die Glaubwürdigkeit der Gesundheitswarnungen zu erschüttern, (nz)Quelle:  Natürlich Leben 3/2005, S. 25